Dass die mächtigen Tiere mit ihren eindrucksvollen Hörnern schon früh die Aufmerksamkeit des Menschen auf sich zogen, versteht sich von selbst: Zwischen Paläolithikum und Jungsteinzeit sollen sie in bergigen Regionen sogar zum Hauptjagdwild unserer Ahnen gezählt haben.
Auch in den Hohen Tauern belegen Knochenrestfunde dieses folgenreiche Aufeinandertreffen: So förderte die Entdeckung eines aus der Jungsteinzeit (5.000 bis 3.000 v. Chr.) datierenden Kultplatzes in Kals am Großglockner neben anderen Tierresten auch mehr als 50 Steinbockschädel und -gehörne zu Tage.
Verhängnisvoller Mythos
Dass sich der Mensch aufgrund mystischer Verklärung immer häufiger mit Jagdabsicht an die Hufe des ranghöchsten Wildtiers des Hochgebirges heftete, sollte dem Steinbock (fast) seine Existenz kosten: Schon gegen Ende des 13. Jahrhunderts war er auf der Nordseite der Hohen Tauern quasi ausgerottet, während er auf der Südseite (in Kalser Region) noch bis ins 17. Jahrhundert angetroffen werden konnte.
Doch die Entwicklung nahm weiter ihren Lauf: Sieht man von kleineren Restbeständen im Gebiet des heutigen Nationalparks Gran Paradiso (Italien) sowie im französischen Vanoise ab, verschwand der Steinbock zwischen Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts vollständig aus dem Alpenbogen.
Welcome back
Dass wir den König der Alpen heute wieder in seinem ursprünglichen Habitat begegnen können, ist intensiven Wiederansiedelungsbemühungen zu verdanken, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts einsetzten. Doch der Weg zum Erfolg war steinig: Frühe Bemühungen, wie der 1925 unternommene Anlauf im Kapruner Tal, scheiterten und dämpften die Hoffnung auf Rückkehr des Großsäugers.
Erst ab 1960 gelang es mit vereinten Kräften und Unterstützung der Schweiz, den Alpensteinbock in die Hohen Tauern zurückbringen. Wie visionäre Köpfe dieses Ziel erreichten, wollen wir euch im nächsten Beitrag erzählen.
Quellen:
Wikipedia
Nationalpark Hohe Tauern: Tierwelt – Wissenschaftliche Schriften
Nationalpark Hohe Tauern: Der Alpensteinbock
Gunter Greßmann/Steinwild Hegegemeinschaft Großglockner: Alpensteinwild um den Großglockner